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Gesunde Ernährung

HCG Diät: Erfahrungen, Nebenwirkungen und Kosten

Februar 2, 2012 | 4 Kommentare
HCG-Diät

Jeder, der schon einmal versucht hat, durch eine Diät sein Gewicht zu verringern, kennt das Problem: Schon nach kurzer Zeit sind die überschüssigen Pfunde zurück und alle Anstrengung war vergeblich. Der sprichwörtliche Jojo-Effekt bewirkt darüber hinaus in sehr vielen Fällen sogar eine Zunahme, die deutlich über das ursprüngliche Übergewicht hinausgeht. Nur durch absolut eiserne Disziplin, viel Sport und eine ausgewogene Ernährung lässt sich auf Dauer das Gewicht halten – doch der Genuss bleibt auf der Strecke! Das Leben sollte jedoch nicht nur aus Disziplin und Askese bestehen, die Köstlichkeiten raffinierter Küche dauerhaft meiden zu müssen, erscheint nicht gerade verlockend. Und eigentlich ist unser Körper auch evolutionär nicht gerade für permanenten Fitnesssport ausgelegt, er braucht Ruhe- und Erholungsphasen. Was also tun, um die Traumfigur zu erreichen? Kann das Hormon HCG helfen?

Einer der neusten und scheinbar wirklich effektiven Trends kommt dieser Tage aus Amerika. Vielleicht hat sich die eine oder die andere Dame schon mal über den Umstand gewundert (und geärgert), dass all die reichen, gut aussehenden Schauspielerinnen aus Hollywood sogar nach einer Schwangerschaft innerhalb weniger Wochen bereits wieder einen Body präsentieren, der in jeder Hinsicht Idealmaße aufweist.

Wie aber ist das möglich? Durch besonders intensive Trainingseinheiten? Wohl kaum, denn der Körper ist nach einer Schwangerschaft durchaus ein wenig geschwächt und es wäre sicher fahrlässig, ihm sofort jegliche Kalorien zu entziehen oder die junge Mutter auf Marathonläufe zu schicken. Das Geheimnis ihrer Schlankheit verbirgt sich jedoch hinter den drei banalen Buchstaben H C G.

HCG – Das Diät-Wunder?

Sowohl Männer wie Frauen können von dieser Methode profitieren. Das Prinzip ist denkbar einfach, wenn auch nicht ganz billig: Neben tatsächlich wichtigen Sporteinheiten und einer reduzierten Kalorienaufnahme wird dem Körper über einen Zeitraum von mehreren Wochen das Schwangerschaftshormon Humanes Chloriongonadotropin (HCG) injiziert.

Dieses Hormon wird eigentlich in der Plazenta produziert, während sich die Mutter in anderen Umständen befindet. Es sorgt dafür, dass der Körper, um die Ernährung des Embryos zu sichern, auch und gerade die eigenen Fettreserven verbraucht – allerdings vorrangig in Zeiten möglicher Unterernährung. Dieser Effekt wird bei der HCG-Diät gewissermaßen vorsätzlich kopiert, die Folge ist eine rasche Reduktion der Fettpolster, auch an jenen Stellen, die sich gegenüber anderen Diäten als besonders hartnäckig erweisen.

Das Hormon humane Choriongonadotropin

Um diesen Effekt zu verstehen, lohnt ein kurzer Blick auf das Hormon selbst. Normalerweise beträgt der HCG-Spiegel bei Männern und nicht schwangeren Frauen etwa 5 Internationale Einheiten (IE) pro Liter. Nach der Befruchtung steigt der Spiegel schnell an und erreicht im dritten Monat der Schwangerschaft Werte von bis zu 230.000 IE pro Liter! Danach sinkt er wieder ab, nicht ohne den entsprechenden Einfluss im körperlichen Rhythmus zu entfalten.

Schwangerschaftstests basieren im Wesentlichen auf der Messung dieses Werts. Auch Tumore können eine Erhöhung bewirken, weshalb die Feststellung des Spiegels recht große Aussagekraft besitzt. Neben dem Einsatz in der eigentlichen HCG-Diät wird das Hormon auch von Bodybuildern verwandt, um Hodenschrumpfungen zu vermeiden oder um eine Erhöhung der Fruchtbarkeit von Frauen zu erreichen. In solchen Fällen kann HCG einen Eisprung auslösen und der befruchten Eizelle das Einnisten erleichtern.

Der Plan und die Methode

Extreme Kalorienreduktion

Die Kur erstreckt sich über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen. Grundsätzlich erfordert auch die HCG-Methode eine geringere Kalorienaufnahme. 500 Kalorien müssen reichen, kombiniert mit mindestens zwei Litern Wasser. HCGDas ist lediglich ein Drittel der empfohlenen Menge für eine erwachsene Frau, ein Viertel des Bedarfs eines Mannes. Den Rest holt sich der Körper aus den Fettreserven.

Sport wird begleitend empfohlen, ist aber für das reine Abnehmen nicht unbedingt erforderlich. Freilich, ein bloßer Gewichtsverlust bildet den Körper nicht besonders aus, erst bestimmte Übungen definieren Muskeln und Sehnen. Die Brust, der Po, die Oberschenkel und der Bauch werden dadurch entsprechend trainiert.

Regelmäßige Hormoninjektionen

Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den regelmäßigen Hormoninjektionen. Sie verhindern ein Absinken des Blutzuckerspiegels, was durch die geringe Kalorienzufuhr eigentlich unausweichlich wäre. Diese wiederum verspricht im Gegenzug die erwünschte Gewichtsreduktion, das Hormon unterdrückt darüber hinaus das Hungergefühl. Heißhungerattacken, Abgeschlagenheit oder depressive Verstimmungen sind ausgeschlossen, dafür sorgt die biochemische Struktur von HCG.

Aufgrund dieser besonders nachhaltigen Wirkungsweise gibt es eigentlich auch keinen verbindlichen Essensplan – solange die 500 Kalorien nicht überschritten werden. Der Körper versorgt sich in erster Linie aus seinen Fettreserven, die auch bei schlanken Menschen erheblich sein können.

Gesunde Ernährung auch hier Pflicht

Auf Zucker, Süßigkeiten und natürlich auf Fett ist freilich zu verzichten. Nach Beendigung des Programms sollten diese Nahrungsbestandteile gemieden und durch mageres Fleisch, viel Fisch und natürlich Obst und Gemüse ersetzt werden. Eine bewusste, gesunde Ernährung hält in Kombination mit ausreichender Bewegung das Gewicht und ist darüber hinaus auch für Herz, Kreislauf und Gefäße gesund! Wichtig ist vor allem die Zufuhr von Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. Sie unterstützen und regeln den Körperhaushalt und gleichen eventuelle Mangelerscheinungen zuverlässig aus.

Nur unter ärztlicher Aufsicht!

Abgesehen davon, dass HCG für den gewöhnlichen Menschen kaum zu erwerben ist, sollte die Kur nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Der Mediziner überwacht den Fortgang und kontrolliert regelmäßig das Blutbild sowie die Körperfunktionen. Extreme Unterernährung wie in diesem Fall ist nicht ohne Risiko! Auch bleibt eine sinnvoll begleitende Nachbehandlung in jedem Fall wünschenswert, um eventuelle Komplikationen zu vermeiden. Der Jojo-Effekt jedenfalls scheint ausgeschlossen.

Nebenwirkungen und Nachteile der HCG-Diät

Humanes Chloriongonadotropin

Bisher gibt es keine Langzeituntersuchungen zur HCG-Diät. Da es sich jedoch um die Injektion eines sowieso im Körper befindlichen Hormons und nicht um die Zufuhr irgendeiner künstlich hergestellten Substanz handelt, scheint das Risiko eher gering zu sein. Die überaus geringe Nahrungszufuhr führt zu Anfang häufig zu Kopfschmerzen.

Natürlich, eine Diät, die nur 500 Kalorien am Tag erlaubt, führt immer zu erheblichem Mineralstoffmangel. Dieser sollte mit Hilfe des Arztes konsequent vermieden werden, etwa durch Zufuhr spezieller Supplemente. Unter Umständen können Frauen auch Menstruationsstörungen beobachten, die auf die besonders intensive Beanspruchung ihres Biorythmus zurückzuführen sind. Die Entstehung von Krebstumoren, wie von einigen Gegnern der Diät immer mal wieder befürchtet, lies sich bisher noch nicht nachweisen

Die Kosten können je nach Dauer und gewünschtem Effekt variieren. Nähere Auskunft gibt dazu der behandelnde Mediziner. Von möglichen Billig-Offerten, etwa im Internet ist abzuraten! Eine Überwachung, Kontrolle und beratende Begleitung vor Ort ist zwingend geboten. Ansonsten werden Leib und Leben gefährdet, handelt es sich doch um einen zwar ästhetisch effektiven, aber gleichfalls biologisch massiv wirksamen Eingriff. Diäten sind immer auch extreme Belastungen für den Körper, eine unzureichende Ernährung führt auf Dauer oder bei falscher Konzentration unausweichlich zu langfristigen Schäden.

Das Fazit zur HCG-Diät

Ein wirklich extremes Abnehmprogramm wie dieses ist unserer Meinung nach nicht zu empfehlen. Zudem ist die Geschichte mit hohen Kosten verbunden, die sich mit Sicherheit nicht jeder leisten kann. Eine typische Hollywood-Diät halt. Wer wirklich dauerhaft und erfolgreich abnehmen will, der muss auch etwas dafür tun. Eine Ernährungsumstellung in Verbindung mit einem ordentlichen Bewegungsprogramm ist auch heute noch der sicherste Weg zum Erfolg.

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Kategorie: Diäten im Test

Kommentare (4)

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  1. Christoph sagt:

    HCG? 500 Kalorien, Sport und ein Hormon, welches meine Hoden nicht schrumpfen lässt. Dazu keine Langzeitstudie und wahrscheinlich Kosten, die sich kein Normalsterblicher leisten kann. Na, danke! Ich denke, wenn ich meine Kalorienzufuhr auf 500 am Tag reduziere, brauche ich auch das Hormon nicht mehr.
    Gruß
    Christoph

  2. Gustav sagt:

    Und wieder eine Hollywood-Diät! Hurra! Darauf haben wir gewartet. Wenn das alles so gut ist, was die in Hollywood uns vormachen, warum geben die meisten von denen schon in frühen Jahren den Löffel ab?!

  3. N. Kluft sagt:

    Hallo,

    Muss zu einer Film und Fernsehen Diät überhaupt noch etwas geschrieben werden? Erstens sind diese in der Regel viel zu teuer und zweitens, denke ich, sie helfen wirklich nur den Stars und das für kurze Zeit. Gesund kann so eine radikale Diät auf gar keinen Fall sein!

    Norma

  4. Sarah Toll sagt:

    Sorry, ich kann nur noch schreien, wenn ich irgendetwas über diese „Hollywood-Wir-Werden-Immer-Schön-Bleiben Diäten“ lese. Teuer, ungesund und für den Normalverbraucher nicht nachvollziehbar!

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